Stellungnahme der Fraktion von Bündnis 90/Die GRÜNEN zur Umgestaltung des Schlossplatzes
Wie viele in Jülich bemerkt haben, ist der Schlossplatz derzeit eine große Baustelle. Doch was passiert dort eigentlich? Statt zusätzliche Flächen zu entsiegeln, wird auf dem Schlossplatz nun eine große, durchgehend gepflasterte Veranstaltungsfläche geschaffen – von der Kölnstraße bis zum Zitadellegraben. Und das obwohl unsere Innenstadt im Klimafolgenanpassungskonzept als stark hitzebelastet eingestuft ist.
Wir Grüne lehnen eine weitere Versiegelung von Grünflächen ab. Bereits beim Beschluss haben wir deutlich gemacht, dass der geplante Klimastein kein adäquater Ersatz für lebendige Begrünung ist. Solche Symbolmaßnahmen mindern keine Hitzeinseln, verbessern das Mikroklima kaum und schaffen keine echten Qualitäten für die Bürgerinnen und Bürger. Was wir brauchen, ist eine Rücknahme und deutliche Reduzierung versiegelter Flächen zugunsten von mehr Begrünung und zusätzliche Baumpflanzungen.
Stattdessen wurden am 20. Januar auf dem Schlossplatz drei Bäume gefällt – entgegen allen bislang geäußerten Beteuerungen der Verwaltung. In Ausschüssen, im Stadtrat und in den Beschlussunterlagen zur Umgestaltung des Schlossplatzes hieß es stets: Alle Baumstandorte bleiben erhalten.
Wir haben im Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss (PUB), ebenso wie die SPD, wegen der Fällungen nachgefragt. Die Begründung der Verwaltung lautete, Eiben seien giftig und passten nicht in das Gestaltungskonzept. Doch genau dieses Gestaltungskonzept wurde beschlossen– offenbar auf Grundlage falscher Angaben?
Es ist bedenklich, dass erneut Bäume in der ohnehin hitzegeplagten Jülicher Innenstadt gefällt wurden. Noch gravierender ist jedoch, dass den politischen Gremien offenbar Unterlagen vorgelegt wurden, die die tatsächlichen Pläne der Verwaltung nicht widerspiegeln. Wie sollen wir künftig mit solchen Informationen umgehen?
Auf die Frage, warum über die geplanten Fällungen nicht bereits im Zuge der Diskussionen zur Gestaltung informiert wurde, gab die Verwaltung in der Sitzung des PUB am 29. Januar keine Antwort. Es ist aus unserer Sicht fatal, wenn der Eindruck entsteht, dass Ausschüsse und Stadtrat absichtlich in die Irre geführt wurden.