Bäume in Düren erhalten – neues Video!

Für diese Woche sind wieder sehr heiße Temperaturen angekündigt. Die Sommer in Deutschland werden immer heißer, – mit gefährlichen Folgen für Mensch, Natur und Infrastruktur. Jährlich werden in Deutschland rund 62 Quadratkilometer Fläche neu versiegelt, das entspricht etwa der Größe der Stadt Fürth – oder gut 70% der Fläche von der ganzen Stadt Düren (85 km2). Etwa die Hälfte aller Siedlungs- und Verkehrsflächen ist bereits versiegelt: betoniert, gepflastert oder durch Tiefgaragen unterbaut. Diese Flächen heizen sich stark auf und kühlen sich nachts kaum ab – ein Risiko besonders für ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen.


Viele Städte sind darauf nicht vorbereitet: Zu viel Beton, zu wenig Grün. Mit dem jährlichen Hitze-Check macht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) diese Problematik mittels Fernerkundungsdaten sichtbar und kann das, was viele Menschen schon heute am eigenen Leib spüren, mit Daten hinterlegen.

In Zusammenarbeit mit der Luftbild Umweltplanung Planung GmbH hat die DUH in den letzten Jahren aufgedeckt, wo Flächen versiegelt sind, die Hitzebetroffenheit besonders hoch ist und wo schützendes Grün fehlt. 

Hierzu ermittelt man Indikatoren wie Versiegelung, Grünbestand, Baumbeschirmung und Hitzebelastung in allen deutschen Städten mit über 50.000 Einwohnern. Das Ergebnis zeigt regelmäßig: In fast allen deutschen Städten finden Bürgerinnen und Bürger nur unzureichend Schutz vor den Folgen der Klimakrise – und der Trend geht leider in die falsche Richtung.

Hitze-Check 2026: Wie entwickeln sich die Städte und wie gehen sie mit ihrem Baumbestand um?

Da Bäume – insbesondere alte Bäume – sich besonders positiv auf das Stadtklima auswirken, wurden 2026 die Baumüberschirmung (Grad der Bodenbedeckung mit Vegetation von mehr als 2,5 Metern Höhe) sowie der prozentuale Zuwachs der Flächenversiegelung in den vergangenen sieben Jahren bewertet. Der Grad der Baumüberschirmung ist ein Indikator, welchen auch die EU-Wiederherstellungsverordnung vorsieht. Im Ergebnis erreichen nur sieben Städte den wissenschaftlich empfohlenen Richtwert von mindestens 30 Prozent Baumbeschirmung – darunter Hamburg, Berlin, Oldenburg, Potsdam und Solingen.

Alle untersuchten Städte verlieren große Bäume und Grünflächen, die Versiegelung schreitet flächendeckend voran und die Hitzebelastung bleibt weiterhin hoch.

Die Werte für Düren: Beschirmungsgrad 19,66% (schlechter Wert),
Versiegelungstrend (2028-2025) +0,85 (schlechter Wert),
geschätzter Baumverlust seit 2028: 3.973 Bäume

Erläuterung zum Baumverlust 2018-2025: Die Zahlen sind eine rechnerische Annäherung daran, wie viele Einzelbäume im Zeitraum 2018 bis 2025 verloren gegangen sind. Grundlage ist der fernerkundlich gemessene Rückgang des Beschirmungsgrades. Dieser wurde anhand der durchschnittlichen Kronengröße eines Stadtbaums (70 m²) in die absolute Anzahl verlorener Bäume umgerechnet. Neupflanzungen werden dabei grundsätzlich nicht berücksichtigt – es sei denn, sie gleichen den Verlust der Baumkrone am gleichen Standort ausreichend aus. Im Baumverlust sind neben öffentlichen Bäumen v.a. private Bäume enthalten, z.B. durch Baumaßnahmen, die i.d.R. zur Fällung berechtigen. Die Zahl wirkt im ersten Moment vielleicht etwas hoch, aber wenn man sieht, wie viele private und öffentliche Baumaßnahmen zu Baumfällungen führen, ist die Zahl von gut 500 im Jahr gar nicht mehr so abwegig – obwohl wir natürlich in den letzten Jahren um jeden Baum gekämpft haben.  

Deshalb ist es wichtig, jede einzelne Fällung zu hinterfragen und deshalb haben wir die beiden aktuellen Anträge gestellt. Wir beantragten erneut einen Hitzeaktionsplan für Düren zu erstellen und die Baumfällungen im Langemarckpark zu vermeiden. Wir brauchen dabei euer alle Unterstützung!

Mehr Infos: Hitze-Check – Deutsche Umwelthilfe e.V.

Zur Pressemitteilung: Hitze-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe: Fast eine Million Bäume aus deutschen Städten verschwunden – Deutsche Umwelthilfe e.V.

Zur Petition für Stadtgrün: Bäume retten Leben: Petition für mehr Stadtgrün und Hitzeschutz

Unser aktuelles Video dazu: