Bislang ist die Kostendeckung des Busverkehres im Kreis Düren gut. Trotz des nötigen Zuschusses von 21 Millionen € muss man beachten, dass Nachbarkreise, die vergleichbare Busverkehrsangebote vorhalten, den doppelten Zuschussbedarf haben. Diese gute Kostenbilanz ist nur möglich, weil mit dem Nahverkehrsplan 2020 alle Busverkehre des Kreises einheitlich geplant und Größensynergien genutzt wurden.
Die ÖPNV-Umlage, wie sie nun von dem neuen Landrat Dr. Nolten vorgeschlagen wurde, könnte nun dazu führen, dass man von der einheitlichen Planung abrückt. Die Entscheidung über den ÖPNV würde nun kleinteilig und bürokratisch in den Verwaltungen, Fachausschüssen und den Räten der einzelnen Kommunen ablaufen. Der Busverkehr kann in den Kommunen zum Politikum verkommen, da die Abrechnung nach den zur Verfügung stehenden Parametern „Stunden“ und „Kilometern“ direkte Konsequenzen für die Kommune haben. Insbesondere im ländlichen Raum und in den ohnehin finanziell schwächer aufgestellten Kommunen droht ein politisches Gerangel über einzelne Buslinien und damit ein ÖPNV-Kahlschlag und eine weitere Schwächung der Nahverkehrsinfrastruktur. Dies stellt eine Entsolidarisierung innerhalb der kommunalen Familie im Bereich Nahverkehr dar. Und das Gegenteil der von der CDU gerne aufgeführten Entbürokratisierung.
Die derzeit laufende große Öffentlichkeitsbeteiligung für den nächsten Nahverkehrsplan weckt die Erwartungshaltung, dass es zu positiven Veränderungen kommt. Die gewählte Vorgehensweise mit der ÖPNV-Umlage wird jedoch mit aller Wahrscheinlichkeit zu Abbestellungen führen.
Die notwendige Neuaufstellung des Nahverkehrsplanes birgt weitere Probleme. Von den Kommunen wird eine kurzfristige Stellungnahme zur Neuaufstellung zum ÖPNV erwartet, ohne dass diesen ausreichende Daten und Fakten zur Verfügung gestellt werden. Der Kreis hat im Internet veröffentlicht, dass der Ist-Zustand in Form von Fahrgastzählungen erst zu 10 Prozent vorliegt. Wie sollen die Kommunen planen, wenn ihnen keine Ist-Zahlen vorliegen?
Nach dem Zeitplan des Kreises soll der neue Nahverkehrsplan ab 2027 gelten. Ob das bei dieser Vorgehensweise erreicht werden wird, kann bezweifelt werden.
Ein neuer Nahverkehrsplan soll verbessern. Und helfen, das Kreis Dürener Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2035 zu erreichen. Dies ist bei dieser Vorgehensweise und Kommunikation nicht in Sicht.