Neue Bahnbrücke stört drittes Gleis (Update vom 13.12.)

Ein inzwischen veröffentlichtes Gutachten bescheinigt dem Projekt 3.Gleis Düren-Langerwehe eine Machbarkeit und eine sehr gute Wirtschaftlichkeit. Deshalb hoffen wir Grüne in der Region, dass nach diesem Ergebnis weitere Schritte des Landes und des Aufgabenträgers GoRheinland eingeleitet werden.
Da die Dürener Zeitung schon berichtete, geben wir euch hier die wichtigsten Infos.

Mit einem dritten Gleis zwischen Düren und Langerwehe soll die Bahnstrecke leistungsfähiger werden und einen Halbstundentakt der Euregiobahn ermöglichen. Bisher endet ein Zug aus Aachen kommend in Langerwehe, weil die Strecke zu stark befahren ist. Außerdem sind Nahverkehrshalte in Derichsweiler (schon lange) und in Langerwehe-Dhorn (neuerdings) gewünscht und würden erst mit dem 3. Gleis möglich.
Ein Schatten liegt nun allerdings auf diesem Projekt, denn unsere Befürchtungen, dass Straßen NRW beim Ersatzbau der Brücke B264 bei Gürzenich/Derichsweiler das 3.Gleis nicht sachgerecht berücksichtigt hat, haben sich vollumfänglich bestätigt. Die Planung von Straßen NRW ist ein Skandal!
Enttäuschend ist aber auch, dass die DB Netz AG trotz aller Diskussionen der letzten Jahre und der einvernehmlichen Forderung nach Kapazitätsausweitungen seitens der Region diesen Bau so zugelassen hat. Einen sehr guten kurzen bericht dazu gibt es bei der WDR Lokalzeit Aaachen vom 12.12.23.

Wo, wenn nicht bei der DB, hätte man mehr Sachverstand erwartet, ein solches Desaster rechtzeitig zu erkennen und zu verhindern. Wir Grüne hatten immer wieder an allen möglichen Stellen daran erinnert, dass bei allen Planungen entlang der Strecke dieses seit 20 Jahren geforderte Gleis vollumfänglich mitgedacht werden muss und uns im Vorfeld des Brückenneubaus dies über die Stadt Düren sogar von Straßen NRW schriftlich bestätigen lassen. Zu den Befürchtungen findet ihr hier einen Beitrag aus 2022, als man das Desaster schon erkennen konnte.
Die Folien zur Präsentation des Gutachtens stehen u.a. hier (Top 2).
„Eine Studie zeigt auf, dass ein drittes Bahngleis von Langerwehe nach Düren machbar und wirtschaftlich wäre – mit Anbindung nach Euskirchen. Allerdings ist die neue Brücke über die Bahnstrecke Aachen-Köln nicht kompatibel“. Einen Pressetext dazu findet ihr in den Dürener Nachrichten vom 6.12.!
Hier noch ein Kommentar aus der Zeitung von Volker Uerlings.
Dieser Sachverhalt zeigt, dass wir in NRW und auch in Deutschland noch längst nicht die integrierte Verkehrsplanung erleben, die schon unter der schwarz-gelben Landesregierung versprochen wurde.
Gut ist auf jeden Fall, dass selbst bei einem einkalkulierten Neubau der gerade erst fertig gestellten Brücke bei Gürzenich immer noch ein sehr gutes Wirtschaftlichkeitsergebnis für den Plan herauskommt und man sich deshalb unbedingt weiter damit beschäftigen sollte.

Wir lassen uns bei all dem Ärger über die Fehler der Planer aber nicht entmutigen und engagieren uns weiter für Verbesserungen im Bahnverkehr.