Pressemitteilung: Besuch Flüchtlingsheim

Jülich: Aufgeschreckt durch Berichte über Zwischenfälle in einigen Flüchtlingsunterkünften von NRW haben die Jülicher GRÜNEN am 13. Oktober gemeinsam mit der Integrationsratsvorsitzenden Anne-Marie Höthker und der Amtsleiterin Doris Vogel die Flüchtlingsunterkunft in Güsten besucht. So konnten die Besucherinnen sich vor Ort ein Bild von der Unterbringung in Jülich machen und auch mit einigen der Flüchtlingen reden. Die Situation in den Unterkünften in Güsten ist sowohl aus Sicht der Bewohner als auch der Politikerinnen nicht wirklich gut. Die Flüchtlinge sind hier in etwa 30 Jahre alten Wohncontainern untergebracht. Darüber, dass diese Wohnsituation nicht mehr den heutigen Anforderungen an vernünftige Unterbringung gerecht wird, waren sich die Bewohner, die Besucherinnen und die Vertreterin der Stadt einig!

Flüchtlingsheim
Flüchtlingsheim

Dagegen bestätigten aber die Bewohner der Anlage, mit denen die Besucherinnen gesprochen haben, dass sie mit der Fürsorge des zuständigen Jülicher Sozialamtes zufrieden sind. Schwerwiegende Konflikte untereinander – immerhin hat auch Jülich Flüchtlinge verschiedenster Religionen und Nationalitäten aufgenommen – kommen nicht vor. Das alle Beteiligten trotz der derzeit schwierigen Unterbringungssituation daraus das Beste gemacht haben bzw. machen liegt nach Einschätzung der GRÜNEN vor allem an dem großen Engagement der städtischen Mitarbeiterinnen. Die Unterkunft in Güsten kann aber keineswegs eine Dauerlösung sein, sondern es müssen kurzfristig neue Unterkünfte gebaut werden.

Besonders schwierig gestaltet sich zu dem die Unterbringung von Neuankömmlingen. Bei einer Vorlaufzeit von teilweise weniger als 3 Tagen stellt eine Unterbringung unter Berücksichtigung der angespannten Wohnungsmarktlage in unserer Stadt die Verwaltung immer wieder vor eine schwierige Aufgabe. Doris Vogel:“ Wir suchen weiterhin Wohnungen zur Unterbringung von Familien.“ Wer also Unterkünfte in Jülich anbieten kann, sollte sich an das Jülicher Sozialamt wenden. Die Jülicher GRÜNEN betrachten die Unterbringung der Flüchtlinge im Außenbereich der Ortsteile, wie in Güsten oder auch in Selgersdorf, generell als eher kontraproduktiv. Die Gestaltungsmöglichkeiten der Bewohnerinnen sind durch die eher mangelhafte Anbindung an den öffentlichen Personen Nahverkehr als auch an das örtliche Leben als schwierig einzuschätzen.

Da zu erwarten ist, dass angesichts der in erschreckendem Tempo eskalierenden Zunahme von Bürgerkriegen, Religionskonflikten und Menschenrechtsverletzungen in vielen Teilen der Welt die Bundesrepublik Deutschland und letztlich auch Jülich künftig in zunehmenden Maße noch intensiver mit der Flüchtlingsthematik konfrontiert wird, ist es dringend erforderlich, nach vernünftigen und zu dem nachhaltigen Lösungen zu suchen. Die GRÜNEN Politikerinnen konnten sich vor Ort ein Bild machen und die aktuelle Probleme hinterfragen. Dabei wurde vor allem die sehr gute Betreuung durch die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv bewertet, aber auch die Schwierigkeiten, die bei der Suche nach Unterkünften bestehen, wurden benannt und erkannt.