Zum wiederholten Male versucht die CDU im Rurtal zwischen Unter- und Obermaubach, in der sogenannten „Maubacher Lache“, Baurecht zu schaffen und damit dieses schützenswerte Stück Natur im Rurtal zu zerstören. Gegen die Stimmen der GRÜNEN hat die CDU durchgesetzt, dass bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans der Gemeinde Kreuzau dort eine Sonderbaufläche für touristische Zwecke ausgewiesen werden soll. Die Sonderbaufläche soll von Untermaubach aus 2/3 der Fläche zwischen der Straße und dem Ruruferradweg umfassen, hier in blau eingezeichnet. Schon 1977 wie auch 1996/97 sollte dort bereits ein Campingplatz entstehen. In den Plänen von 2004 war von 100 Ferienhäusern die Rede. Die Pläne scheiterten immer an den Fachbehörden, der Bezirksregierung Köln und an dem Widerstand der Bevölkerung!
Wir sagen „Nein“, denn an der Begründung der Bezirksregierung Köln von 2004 zur Ablehnung dieser Pläne hat sich bis heute nichts geändert:
- „Darüber hinaus sind in diesem Bereich wegen dessen Funktion für das Biotopverbundsystem Rurtal und das FFH-Gebiet „Ruraue von Untermaubach bis Linnich“ verschiedene Freiraumfunktionen dargestellt, die ganz generell Freizeitnutzungen ausschließen. (Schreiben der Bezirksregierung Köln vom 22.01.2004; AZ III-7-611.44.58.28)“
Wir sagen „Nein“, denn die geplante Nutzung würde zu unumkehrbaren Schäden führen:
- Diese Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet und überschneidet sich sogar mit dem FFH-Schutzgebiet DE-5104-302.
- Geschützte Lebensräume werden durch Freizeitaktivitäten, Licht und Lärm zerstört.
- Licht- und lärmsensible Tierarten verlieren ihre Lebensräume.
- Wertvolle Grün- und Ackerflächen werden in einem Talraum zerstört, der eh schon unter Nutzungsdruck steht.
- Das FFH-Gebiet verliert wichtige Schutz- und Pufferzonen.
- Das für das Rurtal charakteristische Landschaftsbild wird unwiderruflich zerstört.
- Es handelt sich um wichtiges Überschwemmungsgebiet.
Besonders ärgerlich ist dieser erneute Anlauf, der allein den wirtschaftlichen Interessen des Grundbesitzers, eines CDU-Mitgliedes, dient, weil dieses Unterfangen offensichtlich wider besseren Wissens geschieht. Heute versucht man dieses Unterfangen mit „Tinyhäusern“ schmackhaft zu machen. Von der ganzen Infrastruktur, die noch hinzukommt, spricht niemand.
Aber all dies kümmert CDU und FDP weiterhin nicht. Sie haben mit ihrer Ratsmehrheit diese Sonderfläche im Entwurf des Flächennutzungsplans für Kreuzau durchgesetzt. Aber auch die SPD war hier nicht bereit, der Natur, der Schönheit unseres Rurtals den Vorzug zu geben.
Wir setzen uns für den Erhalt des Rurtals ein.
Und wir können nur hoffen, dass die Bezirksregierung erneut Einhalt gebietet.
Schutzgebiete sind nicht verhandelbar. Sie müssen Schutzgebiete bleiben!