Wir haben unseren Koalitionspartnern einen Antrag Hitzeaktionsplan vorgeschlagen und diesen nun eingereicht.
Der Beschlussvorschlag lautet:
1.) Die Verwaltung wird gebeten konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung/Vermeidung von Hitze in einem Hitzeaktionsplan zu erarbeiten.
2.) Im Vorgriff darauf sollen konkrete Maßnahmen zum Hitzeschutz auch zeitnah in das derzeit diskutierte Handlungskonzept Obdach einfließen.
Zum Hintergrund:
Die Temperatur in Deutschland kratzte diesen Sommer mehrfach an der 40-Grad-Marke, und das über Tage – eine enorme Belastung für Mensch und Natur. Zum Hitzeaktionstag im Juni 2025 veröffentlichte das Umweltbundesamt (UBA) eine vom Bundesumweltministerium (BMUKN) in Auftrag gegebene Studie zur hitzebedingten Sterblichkeit in Deutschland. Über vier Jahre lang haben Forschende des UBA und des Robert-Koch-Instituts (RKI) daran gearbeitet, die Berechnung der durch Hitze verursachten Todesfälle in Deutschland zu präzisieren. Es zeigte sich, dass es in den Sommern 2023 und 2024 jeweils etwa 3.000 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland gab. Betroffen waren vor allem Menschen über 75 Jahre mit Vorerkrankungen wie Demenz, Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen. Am schwersten trifft es die ohnehin gesundheitlich Schwächeren in unserer Gesellschaft: Säuglinge, Kinder, Schwangere, Ältere, chronisch Kranke, Wohnungslose, weniger mobile Menschen und Menschen mit Behinderungen.
UBA-Präsident Dirk Messner sagt: „Der Klimawandel in Deutschland ist schon heute in vielen Bereichen des Lebens eine Herausforderung – auch für die Gesundheit. Hier gilt es, den Umgang mit Hitze deutlich zu verbessern und vulnerable Bevölkerungsgruppen adäquat zu schützen.“ In Städten ist die Hitzebelastung größer als auf dem Land.


Hitzeaktionsplan
Ein Hitzeaktionsplan (auch Hitzeschutzplan/Hitzeschutzkonzept/Hitzeplan) ist ein Instrument der Kommune, um angemessen auf die kommenden Hitzephasen zu reagieren.
Ein Hitzeaktionsplan ist dabei eine Sammlung von kurzfristigen und langfristigen Maßnahmen. Die Ausgestaltung des Plans und die Anzahl der Maßnahmen soll dabei in das Ermessen der Verwaltung gestellt werden. Wünschenswert wäre es, wenn im nächsten Sommer bereits einige Maßnahmen umgesetzt werden können.
Hitzeaktionspläne sind eine wirksame Methode, um die Gesundheit der Bevölkerung bei Hitze zu schützen. Wie man bei der Erstellung eines Hitzeaktionsplanes vorgehen kann und welche Inhalte es zu berücksichtigen gilt, hat die Seite https://hitzeservice.de/hitzeaktionsplaene/ zusammengestellt.
Ein kommunaler Hitzeaktionsplan ist ein Dokument, das Maßnahmen zusammenfasst, um auf hitzebedingte Gesundheitsrisiken zu reagieren und diese zu verringern.
Der Prozess zur Erstellung eines Hitzeaktionsplans bringt dabei ein breites Spektrum kommunaler Akteur*innen aus den verschiedensten Institutionen, Sektoren und der Zivilgesellschaft zusammen, um die Koordination und Zusammenarbeit vor, während und nach einer Hitzewelle zu verbessern.
Den Kern eines Hitzeaktionsplans bildet ein Maßnahmenkatalog mit kurz-, mittel- und langfristigen Hitzeschutzmaßnahmen, in dem die Zuständigkeiten, Aufgaben und Kommunikation zwischen den kommunalen Akteur*innen festgelegt werden. Welche Maßnahmen im Hitzeaktionsplan sinnvoll sind, variiert von Kommune zu Kommune und hängt von den jeweiligen ortsspezifischen Gegebenheiten ab.
Siehe auch: bei der Stadt Köln und bei der Landeszentrale Gesundheit oder
Handreichung – Klimafolgenanpassung vom Städtetag und Initiative Klima-Mensch-Gesundheit

Beispiele
Kommunen haben unter anderem folgende Punkte in einem Hitzeaktionsplan festgelegt.
- Errichtung von Trinkwasserspendern/Trinkbrunnen in der Innenstadt. Wir haben 3 solcher Brunnen, brauchen aber deutlich mehr – was auch schon einmal beantragt war.
- Beschattung von Wartezonen vor öffentlichen Einrichtungen und auf Hitzehotspots, wie z.B. aktuell der Fläche Kaiserplatz.
- Fassadenbegrünung und Schaffung von mobilem Grün.
- Einrichtung von „Hitzewarnsystemen“ (z.B. einem Newsletter mit der Ankündigung von Hitzehochs) für Akteurinnen und Akteure einer Kommune, die zum Hitzeschutz beitragen können (u. a. in Behörden, Kitas, Schulen, Betreuungseinrichtungen oder weiteren kommunalen Einrichtungen).
- Kühlung von öffentlichen Räumen, die Menschen im Alltag frequentieren und Schaffung der Möglichkeit, an Hitzetagen tagsüber kühle Räume für den Aufenthalt nutzen zu können (auch: „Kühlraum“ für Notfälle).

- Errichtung zusätzlicher Sitzgelegenheiten an schattigen Orten in den Parks, Beschattung von Freiflächen der Kitas und Spielplätze.
- Auch Bürgerinnen und Bürger sollten wissen, wo Sie sich informieren können. Einrichtung einer Beratungsstelle für Betroffene, die Hilfe suchen. (Kann man in bestehende Angebote integrieren.)
- Abholservice insbesondere für ältere Menschen, um ins Grüne zu kommen – z.B. durch Unterstützung von Ehrenamtlichen Helfer*innen.
- Coole Betriebe – Aktion mit Innenstadt-Gastro- und Geschäften: Mit Innenstadt-Betrieben könnte eine Vereinbarung getroffen werden, dass besonders von der Hitze belastete Personen wie Ältere, Schwangere, beeinträchtigte Menschen, Personen mit Kleinkindern sich bei Bedarf ohne Konsum kurz hinsetzen und ein Glas Wasser trinken können.
Ein Aufkleber am Eingang könnte auf dieses Angebot aufmerksam machen. Dazu gehört auch die Förderung der Aktion Refill, bei der Geschäfte Menschen kostenlos das Auffüllen einer Wasserflasche ermöglichen.
- Zielgruppenspezifische Bewusstseinskampagnen zum Thema Schutz vor Hitze, z.B. in Kooperation mit Frauenärzt*innen und Kinderärzt*innen.
Es ist Zeit zu handeln!
Die vorgenannten Maßnahmen sind nur Beispiele. Wir regen natürlich an, spezifisch für Düren kreativ Maßnahmen aufzustellen und diese zeitnah umzusetzen. Wir regen auch an, Betroffene, insbesondere den Seniorenrat in den Prozess zu involvieren.
Zu diesem Antrag gab es am 21.8. auch einen Infostand in der Kölnstraße. Bei https://www.instagram.com/p/DNpNHtphzwa/ gibt es einige Eindrücke des Tages als kurzen Film.





