Buslinie 296 soll weiter durch Derichsweiler fahren!

Die zweite Verlegung innerhalb eines Jahren beschäftigt uns bei der Buslinie 296 von Düren nach Langerwehe. Zunächst wurde im letzten Sommer der Laufweg verändert, weil die Busse inzwischen nach und nach alle Klimageräte auf dem Dach haben und die Bahnunterführung Dampfmühlenstraße in Derichsweiler nicht mehr zuverlässig befahren können. Diese Brücke ist für gut 3 Meter zugelassen, die Busse sind aber regelmäßig höher, – 3.30 wurde uns mitgeteilt.
Der Laufweg ab Sommer letzten Jahres über die Derichsweilerstr. von Gürzenich nach Derichsweiler machte Parkverbote in engen Bereichen notwendig, war aber trotzdem für die Busfahrer*innen anspruchsvoll.
Wir Grüne kritisierten damals, dass die Entscheidung nur von Aufgabenträger Kreis Düren und Rurtalbus getroffen wurde. Die Stadtverwaltung wurde eingebunden, die politischen Gremien aber nicht.
Unser erster Vorschlag seitens Bündnis90/Die Grünen war, vorerst nur ältere Busse auf der Linie einzusetzen, die mit der Höhenbegrenzung zurecht kommen. In der dadurch gewonnen Zeit wollten wir eine geordnete Beratung und eine demokratische Entscheidung anstoßen. Aber, wie oben erwähnt, war der Gedanke nicht umsetzbar.

Die Anlieger der Derichsweilerstr. mit Unterstützung der CDU in Gürzenich haben sich gegen die Busroute ausgesprochen. Ganz offensichtlich war der Hauptgrund, dass Halteverbote nötig wurden und man dadurch nicht mehr vor der Türe parken konnte. Es gab dazu auch Presseberichte.
Es gab dann ein Treffen der Bezirksausschussvorsitzenden von Gürzenich und Derichsweiler mit den Verwaltungen von Stadt und Kreis und der Rurtalbus und im Februar konnte man erneut ohne Einbindung der Gremien in der Presse lesen, dass die Linie erneut verlegt wird.
Und diese Verlegung hat es in sich!

Derichsweiler verliert in großen teilen des langgezogenen Ortes die wichtige Buslinie 296. Diese soll nun nur auf der K27 fahren und halten. Statt wie früher ab 5.17 Uhr mit der 296 kann man ab März mit der 213 erst um 7 Uhr in die Stadt fahren und es gibt viele weitere Verschlechterungen – v.a. abends um am Wochenende bricht das Angebot extrem ein. Link zum Linienfahrplan Sommer 25 bis 28.2.26
Zum Vergleich die Linie 213

Wir Grüne kritisieren zunächst nochmals die fehlende Beratung, aber v.a. nun die fehlenden ÖPNV Verbindungen in Derichsweiler. Ein paar Parkplätze in Gürzenich sind der CDU wichtiger als eine gute Anbindung von Derichsweiler. Als die zweite Linienverlegung bekannt wurde, jubelte man noch. Als dann der Aufschrei aus Derichsweiler kam, versuchte man, alle Schuld auf die Kreisverwaltung zu schieben. Welch Trauerspiel. Das muss neu und nach ordentlicher Beratung entschieden werden.
Wir Grüne sind dafür, dass die Fahrten der 296 weiter durch den ganzen Ort Derichsweiler fahren, denn während der langen Zeit des Brückenneubaus (B264 über die Bahnstrecke) hat es ja geklappt.
Begegnung von Bussen an besonders kritischen Stellen kann man durch digitale Anwendungen oder Betriebsfunk vermeiden und die wichtige Buslinie hat für uns Vorrang vor ein paar Abstellmöglichkeiten auf der Fahrbahn!
Bürger*innen aus Derichsweiler haben den Sachverhalt aus Ihrer Sicht dargestellt und einen Brief an den Bürgermeister veröffentlichen wir auszugsweise hier als Leserbrief (ohne uns allen Ausführungen anzuschließen :-).

Beabsichtigte Streichung nahezu aller Fahrten der Linie 296 im Kernbereich des Ortsteil Derichsweiler ab März 2026

Sehr geehrter Herr Ullrich, hiermit widersprechen wir ausdrücklich der beabsichtigen Streichung nahezu aller Fahrten der Linie 296 aus dem Kernbereich des Stadtteils Derichsweiler und möchten unseren Unmut und unser Unverständnis über diese absolut nicht nachvollziehbare Maßnahme zum Ausdruck bringen.

Als wir am 20.02.2026 aus der Dürener Zeitung über dieses ab dem 01.03.2026 beabsichtigte Prozedere nebst der Begründung der Frau Schüssler vom Kreis Düren gelesen haben, trauten wir zunächst unseren Augen nicht und dachten „wir lesen nicht richtig“.

Aufgrund der Tatsache, dass Anwohnende aus dem Bereich Derichsweiler Straße in Gürzenich sich durch den umgeleiteten Busverkehr der Linie 296 gestört fühlen und ihren Bezirksausschussvorsitzenden, Herrn Weber und darüber hinaus medienwirksam die Dürener Zeitung eingeschaltet haben, wird abschließend mal so eben die Linienführung dahingehend abgeändert, dass der überwiegende Teil der Ortschaft Derichsweiler (2.800 Einwohner!) zukünftig mal so eben rechts liegengelassen wird.

Großzügigerweise, wie Frau Schüssler ja ausdrücklich betont, lässt diese, da Kinder ihr sehr wichtig sind, noch 2 bescheidene Fahrten zur und von der Schule in Langerwehe weiterhin über die bisherige Route erhalten und der Rest, 97 % aller Fahrten, wird dann über die Schillingstraße und die K27 geführt. Diese Regelung, so führt sie aus, sei ein Kompromiss, der natürlich nicht alle zufriedenstellen könne.……Allen Ernstes will uns Frau Schüssler ihre Entscheidung dahingehend nahebringen, dass die Streichung von 97 % der Fahrten der Linie 296 durch den Ortskern von Derichsweiler unter Beibehaltung von 3 % der Fahrten ein Kompromiss darstellt? Wie bitte? Man erkläre uns bitte, worin hier der Kompromiss besteht? Wir verstehen es nicht und wir sind auch nicht bereit, eine solche Darstellung zu akzeptieren. Das Ganze ist definitiv kein Kompromiss.

Wir haben uns einmal die Situation in der Derichsweiler Straße angesehen: Bis  auf 2 oder 3 Häuser von gerade einmal 23 dort stehenden Häusern … verfügen alle anderen über Garagen oder zumindest Stellplätzen,  auf denen ein Fahrzeug geparkt werden kann, so dass doch nichts gegen ein Halteverbot am Straßenrand dieser Straße sprechen könnte, damit Busse ungehindert passieren könnten. Sollten Haushalte doch mehrere Fahrzeuge besitzen, könnten diese sicherlich ohne Probleme in bequemer, fußläufiger Entfernung in den Straßen „Am Kirchendriesch“ und in der Schwarzenbroichstrasse abgestellt werden….. …..Ich denke, dass das öffentliche Interesse an einer gut aufgestellten Nahverkehrsverbindung für über 2.000 Einwohner vor unserem persönlichen Interesse auf ein ruhiges und ungestörtes Umfeld oder Parken direkt vor der Haustüre zurückstehen muss. Das sollte genauso auch für die Bewohner der Derichsweiler Straße in Gürzenich gelten.

Wie in dem Artikel der Dürener Zeitung aufgeführt, habe die Verkehrsführung während der Baustellenbedingten Umleitung durch die Brückenarbeiten auf der B264 im Jahre 2023 im Sommer nahezu problemlos funktioniert. Währenddessen galt auf der ganzen Derichsweiler Straße in Gürzenich ein Halteverbot. Zufälligerweise kann man noch heute in der Anwendung „google streetview“ die damalige Situation sehr schön nachvollziehen. Ein Blick in die umliegenden Straßen zeigt deutlich, dass diese aufgrund des Haltverbotes eindeutig nicht zugeparkt sind. Also verstehen wir nicht das aufgeführte Argument, man wolle durch ein Halteverbot die umliegenden Straßen nicht mehr belasten, zumal, wie bereits beschrieben, ja nur 23 Häuser betroffen sind.

Sollte die Linie 296 im Kernbereich des Ortes Derichsweiler entfallen, fährt künftig die erste Fahrt der Linie 213 schultags erst um 7 Uhr, die nächste erst 80 Minuten später und dann stündlich bis 18.20 Uhr. Danach findet kein Busverkehr mehr statt. Die letzte Fahrt in Gegenrichtung startet am Kaiserplatz um 18.45 Uhr, wie bei vielen Fahrten dann über Gürzenich Wald mit einer Fahrtdauer von 32 !! Minuten, statt wie bisher mit der Linie 296, die 20 Minuten weniger benötigt. Danach findet kein Busverkehr mehr statt, ebenso wie sonn- und feiertags. Auch ist der Dürener Bahnhof vom Kernort zukünftig nur noch mit Umsteigen und größerer Zeitverzögerung erreichbar, vom Bahnhof in Langerwehe ganz zu schweigen.

Die Bushaltstelle Martinusplatz ist von Teilen des Ortes bis zu 1,4 km entfernt, was einen Fußmarsch von bis zu 20 Minuten erfordert. Wie soll das mobilitätseingeschränkten und älteren Personen sowie Kindern zugemutet werden?

Die Aussagekraft der im Zeitungsartikel aufgeführten Nutzer-Zahl von 1,2 Personen pro Haltestelle pro Fahrt an den künftig wegfallenden Haltestellen bezweifeln wir. Wenn wir den Bus nutzen oder an der Haltestelle Dampfmühlenstraße vorbeigehen- oder fahren, haben wir den Eindruck, dass diese Haltestelle recht gut durch die Fahrgäste genutzt wird. Interessant zu wissen wäre, wie viele Fahrgäste denn insgesamt dort ein- oder ausgestiegen sind. Legt man pro Haltestelle diese 1,2 Personen zugrunde, sind das bei etwa 60 Fahrten und 4 Haltestellen (2xSparkasse und 2xDampfmühelnstraße) am Tag 4,8×60=288 Fahrgäste. Dabei müsste allerdings differenziert werden: Am frühen Morgen und am späteren Abend sind die Busse weitaus geringer besetzt als zu den anderen Tageszeiten, daher dürfen nicht einfach die gesamten Nutzer auf alle Fahrten so einfach verteilt werden, was dann die durchschnittliche Nutzerzahl drückt.  Wenn die schlussgefolgerte Zahl von 288 Personen so stimmt, finden wir, dass es sich dabei schon um eine nicht zu vernachlässigende Zahl an Fahrgästen handelt. Das wären rund 10 % der Einwohner des ganzen Ortes.

Eine am 23.02.2026 durchgeführte Beobachtung an der Haltestelle Dampfmühlenstraße betrifft den Bus der Linie 296 um 21:44 Uhr nach Lucherberg Hochstraße. In diesem Fahrzeug saßen gerade einmal bescheidene 6 Personen. Davon sind aber 2 an dieser Haltestelle ausgestiegen. Bezogen auf die Fahrgastsituation an dieser Stelle zeigt: In diesem Fall sind 33% der Fahrgäste ausgestiegen. 

Unserer Meinung nach wäre eine gute Lösung und somit DER Kompromiss, wenn man die Fahrten, die von Wasserstoffbussen durchgeführt werden, ab Dampfmühlenstraße ohne Halt bis Gürzenich Fuchs über die Derichsweiler Straße, und die Fahrten mit „normalen“ Bussen über den alten Linienweg durch die Unterführung und auch ohne Halt von Dampfmühlenstraße bis Gürzenich Fuchs leiten würde. Nahezu die Hälfte der Busse, die auf der Linie 296 verkehren, sind Busse von Subunternehmern, die gar keine Wasserstoffbusse in ihrem Fuhrpark führen, und auch die Fa. Vias-Bus und Rurtalbus setzen neben Wasserstoffbussen noch einen Großteil an herkömmlichen Fahrzeugen ein, die alle den alten Linienweg passieren könnten, so dass sich eine Störung der Anwohner in der Derichsweiler Straße doch sehr in Grenzen halten würde.

Kompromiss wäre dann auch, wenn im Rahmen des neuen Nahverkehrplans, der ab 2030 gelten soll, eine komplett andere Lösung, wie zum Beispiel eine Neuorgansisation der beiden Linien den Ort Derichsweiler betreffend herbeigeführt werden könnte.

Wir finden: So wie vorgesehen, geht es allerdings auf keinen Fall. Der (nachvollziehbare) persönliche Wunsch nach Wohlbefinden und Bequemlichkeit einiger weniger Anwohnenden kann nicht über die Möglichkeit des angemessenen Zugangs zum Nahverkehr zum Erreichen von Schule, Arbeitsplatz etc. über 2.000 Einwohnern eines Stadtteils gestellt werden. Hier müssen alle Ihren Beitrag leisten, wie wir das in unserem Falle auch tun und gerne tun. Wir fordern daher ausdrücklich auf, diese Streichung nicht umsetzten bzw. sich dafür einzusetzen, dass diese so auf keinen Fall umgesetzt wird. Herzlichen Dank. Mit freundlichen Grüßen