Kein Ersatz für die Fußgängerbrücke

Wie bereits in der Presse zu lesen war, musste sich der Rat der Gemeinde Langerwehe mit der Bahnbrücke von Jüngersdorf nach Stütgerloch befassen. Auslöser war ein Gutachten über den Bauzustand der Brücke. 

Bei der ersten käme es zu einem ersatzlosen Abriss mit Kosten von ca. 115.000 €, bei der zweiten zu einer Sanierung für ca. 250.000 € und bei der dritten zu einem Abriss und Neubau für ca. 500.000 €. Bei einer Sanierung ging das Ingenieurbüro von einer weiteren Lebensdauer der Brücke von mindestens 40 Jahren aus. Abriss und Instandsetzung wären in dem Zeitraum möglich, in dem die Bahnstrecke im Frühsommer von der Bahn gesperrt würde.

Bei zwei Enthaltungen bei der CDU, einer Gegenstimme der SPD und einer vollständigen Ablehnung durch Bündnis90/Die Grünen wurde der ersatzlose Abriss der Brücke beschlossen.

Als entscheidendes Argument der Befürworter des Abrisses wurden die Kosten genannt. Sicher ergäbe sich nunmehr für die bisherigen Nutzer ein Umweg und damit höherer Zeitaufwand, aber der sei bei den hohen Kosten den Bürgern zuzumuten. Es war zwar durchaus festgestellt worden, das bei einer morgendlichen kurzfristigen Zählung in einer Stunde 26 Personen über die Brücke gingen. Aber diese Zählung sei wohl nicht repräsentativ.

Hier kann man nur von einer krassen Fehlentscheidung ausgehen. Sicher muss jeder verantwortliche Politiker auch die Kostensituation im Auge behalten. Tatsache ist aber hier, dass Langerwehe wegen der durch den Ort verlaufenden  Bahnlinie geteilt wird und jede einzelne Brücke als wichtige Infrastrukturmaßnahme zu werten ist. Diese Struktur wird durch den Abriss endgültig zerstört.

Mag man noch glauben, dass für Schüler aus Jüngersdorf der Wege zur Schule nur um wenige Minuten verlängert wird, so gilt das eben nur für diese Schüler. Schülern kann man das wohl zumuten. Die sind ja noch  keine Wähler. Sieht man aber die übrigen Anwohner und hier insbesondere die ältere Bevölkerung und dort die Bewohner der Altenwohnungen und des Altensheimes, so sieht das schon etwas anders aus.  Der Weg über die Brücke ist für diese Bürger der Weg in den Wald. Dies ist nun nicht mehr möglich.  Mit wenigen Minuten zeitlichen Mehraufwand ist das nicht zu schaffen. Für viele wird der Spaziergang einfach nicht mehr möglich sein.

Bei einer Lebenserwartung  von mindestens 40 Jahren hätten wir für einen Betrag von 3.000 € pro Jahr 40 Jahre lang in Jüngersdorf eine Brücke gehabt. Sollten uns die Bürger unserer Gemeinde nicht diese 3.000 € pro Jahr wert sein? Wir meinen ja! So würde auch niemand nur wegen der Kosten auf die Idee kommen, die Schulschwimmbecken zu schließen, die Kulturhalle nicht mehr zu nutzen oder den Vereinen die Sportstätten wegzunehmen. Warum das hier anders gesehen wird, können wohl nur die Ratsvertreter von CDU und SPD beantworten.

Letztlich sei noch erwähnt, dass es nie mehr eine neue Brücke geben wird. Die wäre praktisch unbezahlbar.

 

PM Brückenabriss DZ 08.04.2015