Lücke zwischen Arm und Reich wächst rasant

2015 wird ein Prozent der Weltbevölkerung mehr Geld angehäuft haben als der gesamte Rest. Wir dokumentieren einen Beitrag der Aachener Zeitung. 

Ein Klick auf das Bild zeigt den Originalartikel an!
Am Wochenende hat Papst Franziskus auf den Philippinen „eine skandalöse soziale Ungleichheit“ angeprangert. Und gestern untermauerte eine Studie der britischen Hilfsorganisation Oxfam, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Schon im nächsten Jahr werde das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr Vermögen angehäuft haben als die restlichen 99 Prozent zusammen, heißt es in der Studie, die sich auf Daten des Finanzdienstleisters Credit Suisse und des jährlichen Milliardärs-Rankings des US-Wirtschaftsunternehmens Forbes beruft. Entfiel 2009 mit 44 Prozent noch deutlich weniger als die Hälfte des weltweiten Wohlstands auf ein Prozent der Weltbevölkerung, lag dieser Anteil 2014 schon bei 48 Prozent. 2016 dürfte er auf mehr als 52 Prozent steigen.

„Das Ausmaß der globalen Ungleichheit ist erschütternd“, kommentierte Oxfam-Direktorin Winnie Byanyima die Zahlen. Gleichzeitig habe einer von neun Menschen auf der Erde nicht genug zu essen, eine Milliarde Menschen müssten mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag zurechtkommen. Auch anderen Zahlen zeigen die wachsende Ungleichheit: 2010 brauchte man 388 Milliardäre, um den Besitz der ärmeren Hälfte der Menschheit auszugleichen. Heute sind es 85. Das Vermögen der 80 reichsten Menschen belief sich 2014 auf 1,9 Billiarden Dollar. Die Bundesbürger haben erstmals ein Geldvermögen von über fünf Billionen Euro.