Zelt gegen das Vergessen

Künstler Hermann Josef Hack errichtet ein Zelt gegen das Vergessen. Eine Aktion von Amnesty International auf dem Kaiserplatz in Düren. Ortsverbandssprecher Georg Schmitz besuchte heute die Amnestyaktion und gibt nachfolgende Infos gerne weiter:

Der Name ein Bandwurmsatz, das Thema lebenswichtig: Am Internationalen Tag der Opfer des Verschwindenlassens, dem 30. August, gedenkt die Welt allen, die aufgrund ihres Einsatzes für Freiheit und Menschlichkeit in Folterkammern und Todeszellen verschwinden. Weggesperrt von korrupten und menschenverachtenden Regimes sollen sie einfach verschwinden und so keine Wirkung mehr auf andere haben. Wären da nicht Organisationen wie Amnesty International, die in langwieriger und mühevoller Arbeit den Kontakt halten und dafür sorgen, dass Opfer totalitärer Terrorregierungen, aber inzwischen auch von als gemäßigt geltenden Staaten, nicht vergessen werden.
Der Förderverein für Menschenrechte Düren e.V. und die Gruppe Düren von Amnesty International konnten für ihre diesjährige Aktion den Künstler Hermann Josef Hack, der noch Anfang Juli vor dem Hoesch-Museum sein Klimaflüchtlingslager aufstellte, gewinnen, den von ihr betreuten Gefangenen aus der Dunkelheit des Weggesperrtseins in die Öffentlichkeit zu holen.
Mit einem für Abolfazl Abedini Nasr, einem im Iran wegen seines Einsatzes für Verfolgte inhaftierten jungen Journalisten und Menschenrechtsaktivisten, eigens gefertigten Zelt aus seiner Reihe „Bewohnbare Bilder“ (siehe Foto) wird Hack am 30. August in der Innenstadt den Gefangenen vor dem Verschwindenlassen bewahren. „Auch wenn du nicht in Freiheit bei uns sein kannst, hier steht ein Zelt, dein Zelt, für dich bereit, so bist du bei uns willkommen und alle sollen sehen, dass du nicht verschwunden bist. Das ist die Botschaft, die mein Zelt aussendet,“ so Hack. Den Namen des Gefangenen hat er mit großen Buchstaben auf die Zeltwände gemalt, so dass sie die Passanten zum Stutzen bringen werden. Von Düren aus wird das Zelt zu anderen Stationen weiter wandern, um den Namen Abolfazl Abedini Nasr und das Schicksal seines Trägers möglichst vielen Menschen bekannt zu machen.
„Wir haben uns bewusst für diese Kunstaktion entschieden, weil sie die Menschen auf der Straße erreicht und berührt. Hermann Josef Hack steht für Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit mit seiner Kunst“, so die Veranstalter, „wir hoffen, dass viele Passanten innehalten und sich mit einer kleinen Geste für das Leben des von uns betreuten Gefangenen Abolfazl Abedini Nasr einsetzen. Für uns ist es nur eine kleine Unterschrift, die Leben retten kann. Dafür sollte jeder eine Minute Zeit aufbringen.“ Informationen zu Abolfazl Abedini Nasr finden Sie hier.
Link zur Homepage des Künstlers mit Fotos.
(Seitenbild: Zelt des Künstlers vor dem Bundestag in Berlin.)